Gesundheitssystem: Behörde kritisiert Ärzte
"Stillschweigen innerhalb der Belegschaft muss durchbrochen werden"
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| Kritik am britischen Gesundheitssystem (pixelio.de, Rainer Sturm) |
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Newcastle upon Tyne
(pte/17.04.2009/10:00) -
Die Mitarbeiter des britischen Gesundheitsdienstes National Health System http://www.nhs.uk, vor allem die Ärzte, sollen mehr gegen schlechte Pflege tun. Dazu hat die Leiterin einer neuen Regulierungsbehörde aufgerufen. Barbara Young, die Vorsitzende der Care Quality Commission http://www.cqc.org.uk , erklärte, dass es eine Kultur des Stillschweigens innerhalb der Belegschaft gebe. Eindrucksvolles Beispiel sei zuletzt der Skandal um das Stafford Hospital gewesen. Das Krankenhaus wurde im vergangenen Monat in einer offiziellen Studie wegen erschreckender Standards bei der Pflege kritisiert.
Ärztevertreter warnten, Mediziner würden häufig drangsaliert und schikaniert, damit sie den aktuellen Zustand akzeptieren. Young steht der übergeordneten Regulierungsbehörde vor, die Anfang April geschaffen wurde, um die Bereiche medizinische und soziale Versorgung abzudecken. Ihre Aufgabe ist es, der Qualität die oberste Priorität einzuräumen. Die Vorsitzende betonte allerdings auch, dass die Behörde dieses Ziel nicht allein erreichen kann. "Wir müssen ein Klima schaffen, in dem die Ärzte dazu verpflichtet sind, sich gegenseitig zu hinterfragen. Das geschieht derzeit nicht überall. Es gibt ein Stillschweigen unter dem Fachpersonal."
Krankenpfleger könnten ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen. Sie seien der Klebstoff, der das System zusammenhält. Sie seien 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche vor Ort, so Young in einer Rede auf einer Konferenz des King's Fund http://www.kingsfund.org.uk , eines Think Tanks für Gesundheitsthemen. Weiteres Personal, das in der ersten Reihe steht, wie zum Beispiel die Sozialarbeiter, könnte ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Gestresste Ärzte und Krankenpfleger befänden sich jedoch wahrscheinlich aufgrund ihres Einflusses in der stärksten Position.
Mark Britnell, NHS Generaldirektor für Auftragswesen und Systemmanagement, betonte, dass Qualität das A und O sei. Manchmal würde jedoch das Fachpersonal aus der Verantwortung entlassen und nur die Organisation verantwortlich gemacht. "Wir sollten mit Mittelmäßigkeit und Versagen weniger tolerant umgehen. Wir sollten von unseren gut bezahlten und gut ausgebildeten Fachleuten mehr erwarten." Hamish Meldrum, Vorsitzender der British Medical Association, stimmte laut BBC diesem Ansatz zu. Er frage sich noch immer, was in Mid Staffordshire eigentlich wirklich passiert sei. Eine Belegschaft könne allerdings durch das System unterdrückt werden.
(Ende)
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