Tetris fördert im Schlaf Gedächtnis
Visualisierte Tagesereignisse im Traum sind aktive Lernprozesse
Boston
(pte/28.12.2000/12:07) -
Wissenschaftler des Harvard Mental Health Centers in Massachusetts http://www.hms.harvard.edu haben in Untersuchungen festgestellt, dass Bilder, die in Träumen und beim Einschlafen auftauchen,Lernprozesse fördern und das Gedächtnis schulen. Forscher stellten dies fest, indem sie Versuchspersonen das Computerspiel Tetris spielen ließen, wie das Wissenschaftsmagazin Science http://www.sciencemag.org berichtet.
27 Freiwillige spielten an drei Tagen insgesamt sieben Stunden Tetris. Dabei werden Klötze fallen gelassen, die schnell gedreht und wieder gestapelt werden müssen. Im Anschluss wurden die Versuchspersonen nach den nächtlichen "Bildern" gefragt. Bei diesen so genannten "hypnogenen" Bildern – einer nächtlichen Visualisierung von Tagesereignissen - stapelt der Schlafende ebenfalls Klötze. Dies sei eine aktive Leistung des Gehirns und somit dem Lernen zuzuordnen, wie Forscher berichten.
Bei zwölf der Teilnehmer handelte es sich um Spielanfänger, zehn kannten das Computerspiel und fünf litten an einer bekannten Amnesie durch beidseitige mediale Temporallappenschädigung. Während in der ersten Nacht zwei Drittel der Probanden im Schlaf Klötze fallen sahen, waren es in der zweiten bereits 90 Prozent. Auch Patienten mit Amnesie konnten sich an die nächtlichen Bilder erinnern, aber nicht, dass sie am Tag zuvor überhaupt Tetris gespielt haben. Im Gegensatz zu den gesunden Teilnehmern verbesserten sich ihre Spielergebnisse nicht.
(Ende)
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