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Kopfschmerz oft als Hirntumor verkannt
Ursache ist zu wenig Rückenmarksflüssigkeit

Madrid / St.Paul (pte/27.12.2000/12:15) - Neurologen um Julián Benito-León vom Hospital General de Móstoles in Madrid entdeckten einen Typus starker Kopfschmerzen, der offenbar viel häufiger vorkommt als bisher erwartet. Im Fachblatt Neurology http://www.neurology.org der American Academy of Neurology http://www.aan.com berichten sie, dass solche Kopfschmerzen, die zunächst von einem Hirntumor zu kommen scheinen, tatsächlich von einem Mangel an Rückenmarksflüssigkeit herrühren könnten.

Dank moderner Bildgebungstechnologie stellten die Forscher fest, dass das so genannte intrakraniale Hypotonie-Syndrom offenbar weiter verbreitet ist als angenommen. Die starken Schmerzen, die oft auftreten oder sich verschlimmern, nachdem sich der Patient aus dem Liegen aufgerichtet hat, können so stark sein, dass sie Menschen vorübergehend außer Gefecht setzen. "Nun können sie erklärt und behandelt werden und werden nicht mit einem Hirntumor verwechselt", erklärt Jerome Posner vom US-amerikanischen Memorial Sloan-Kettering Cancer Center, Co-Autor eines begleitenden Leitartikels zum Bericht. Nackenschmerzen, Übelkeit, Hör- und Seh-Störungen oder Taubheit im Gesicht begleiten die Kopfschmerzen häufig.

Die spanischen Mediziner entdeckten bei Hirnscans von elf Patienten mit intrakranialem Hypotonie-Syndrom stark vergrößerte Hirnanhangdrüsen, im Schnitt waren sie 50 Prozent größer als normal. Vor dem Einsatz moderner Kernspinresonanztomographie könnte dies irrtümlich als Hirntumor diagnostiziert worden sein. Die Diagnose für das Syndrom fällt, wenn die Patienten einen niedrigen Druck der Rückenmarksflüssigkeit aufweisen. Die Ursachen dafür reichen von medizinisch notwendiger Lumbalpunktion und Operationen am Rückenmark bis zu spontanem oder unerklärtem Flüssigkeitsverlust. Die Forscher vermuten, dass die Drüsen mit Anschwellen auf den niedrigen Druck reagieren.

Simple Behandlungsmethoden wie Bettruhe, ausreichend Flüssigkeitszufuhr, Koffein und Gabe von Corticosteroiden zeigen bereits guten Erfolg gegen die Schmerzen, so die Forscher. Chirurgische Eingriffe werden demnach nur in den schlimmsten Fällen notwendig. (Ende)



Aussender: pressetext.deutschland
Redakteur: Josefin Lanksa
email: redaktion@pte-online.de
Tel. + 49/30/726298-40

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